Systemische Führungskräfteentwicklung und Verbindende Autorität

Heutzutage impliziert Führungsarbeit, mehr denn je, Haltungsarbeit. Dies ist ein fortschreitender, niemals endender Prozess, der die bewusste Fähigkeit der Selbststeuerung voraussetzt.
In Zeiten, in denen Unsicherheit sowie äußere Beschleunigungs- und Transformationstendenzen zunehmen, reicht es nicht mehr, die Führungsfunktion lediglich zu „bekleiden“ und einen gewissen Führunsgstil zu pflegen. Mehr denn je sind Führungskräfte (der Begriff „Führungskräfte“ wird hier synonym mit Menschen in Führungsrollen verstanden) aufgerufen zu lernen. Zu lernen, was es bedeutet, flexibel zu bleiben, nachgiebig zu sein und dennoch Autorität, Authentizität und Menschlichkeit auszustrahlen. Führung als „interdisziplinäre Haltungsarbeit“ für stetes persönliches Wachstum, konstruktive Beziehungsgestaltung und echte Kooperation, auch mit Co-Führung.

Verbindende Autorität: Der Schlüssel für gelingende Transformation

„Führen und führen lassen“ orientiert sich seit jeher über das Feld der Autoriät, oft unbewusst. In der Vergangenheit haben sich zwei Richtungen der Autoriät stark in unserer Gesellschaft verfestigt: autoritär und anti-autoritär. Durch die fortschreitende menschliche Entwicklung ist in den letzten Jahren ein weiteres Feld entstanden, das der verbindenden Autorität. Hierbei entwickelt sich die Führungskraft aus der „Ego-Welt“ kommend – alles dreht sich um die eigene Person (Ich-Zentrierung) hin zur „Eco-Welt“. In der „Eco-Welt“ orientieren sich die Interventionen der Führungskraft an Gemeinschaft und gemeinsamen Zielen. Die Haltung der Führungskraft impliziert den Gedanken: Ich im und fürs Wir (Wir-Zentrierung). Gleichwertigkeit ist hierbei die Basis für fortschreitende, wir-zentrierte persönliche und organisationale Entwicklung.

Führung als stete Haltungsarbeit

Haltungsarbeit bedeutet, die Beziehung zu mir selbst als auch zu anderen stets zu überprüfen, zu reflektieren, um in einer Verbindung auf Augenhöhe bleiben zu können. In der „Eco-Welt“ existiert die Augenhöhe durch Gleichwertigkeit. Die Führungskraft ist im „Lead“, versteht aber die Abhängigkeit von den eigenen Mitarbeiter*innen und versucht durch authentisches Interesse und sinnstiftende Fragen, die Zusammenarbeit innerhalb des Teams/ der Organisation aufrichtig und wirksam zu beeinflussen. Co-Führung entsteht. Das Vertrauen innerhalb des Teams/ der Organisation wächst.

Inhalte Systemische Führungskräfteentwicklung und Vebindende Autorität:

Unser hier dargelegtes Grob-Konzept orientiert sich am Kenntnis- und Erfahrungsstand der teilnehmenden Menschen und der Organisation. Wir setzen auf erfahrungsorientiertes Lernen. Das Potential dieses Formats entsteht im Entwicklungsprozess dieses Lernraums, die Selbststeuerungsfähigkeit des Lernsystems wird wachsen und ist Ziel dieser Ausbildung. Daher soll der folgende inhaltliche Anriss (in Anlehnung an das Konzept der transformativen Autorität nach Baumann-Habersack) einen ersten Einblick in dieses Lernformat liefern:

  • Innere Haltung und Selbstführung
  • Management von Ambivalenzen auch hinsichtlich der Dimension: Nähe-Distanz
  • Konflikt- und Konfliktmoderationsfähigkeit
  • Verständnis von Verbindung und Vernetzung und dem Bilden von Führungskoalitionen
  • Umgang mit Transparenz
  • Eskalation, Beharrlichkeit, Ausgleich und Wiedergutmachung
  • Umgang mit Selbstreflexion und dem Konzept von Reflexionsräumen
Neue Wege der Unternehmensführung

Wir sind davon überzeugt, dass auf all die Herausforderungen im Außen mit neuen, stabilitätsfördernden und systemischen Formaten im Innen geantwortet wird. Die systemische Führungskräfteentwicklung und das Feld der verbindenden Autorität hat das Potential, einen wichtigen Beitrag für mehr Sicherheit in der Unsicherheit zu schaffen. Das geht nicht einfach so, sondern ist ein Prozess, der von allen Führungskräften verstanden und getragen werden darf. Wirkliches Lernen-Wollen ist die Voraussetzung, dass Innovation und Authentizität entstehen können.

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