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„Eigene Glaubenssätze“, „Innere Antreiber“ oder „Mind Fucks“

Wie unsere eigenen Gedanken unser Leben bestimmen. (von Anna Feldkamp)

Glaubenssätze – Dinge, von denen wir annehmen, dass sie wahr sind, dass sie einen Unterschied machen können in unserem Leben, in unser aller Leben. Wir glauben daran, dass die Befolgung dieser Glaubenssätze die Welt zu etwas Besserem macht.

Ich zum Beispiel glaube, dass mehr Lächeln die Welt verändern kann – seinen Gegenüber, ob auf der Straße, in einem Geschäft, auf der Arbeit oder in der U-Bahn, wahrzunehmen und ihm oder ihr ein Lächeln zu schenken, das dann – wer weiß – vielleicht sogar erwidert wird. Und dann – dann ist da ein fröhlicher und intimer Moment, der den Tag zu etwas Schönem macht. Weil man sich am Anderen freut.

Aber es gibt auch andere, innere Antreiber, die einen anderen Ursprung haben. Sie lassen uns streben, sie motivieren uns aufzustehen und unsere Ziele zu verfolgen. Sie bringen uns weiter und machen uns stark. Sie sind die selbstgewählten Idealbilder von uns selbst, die wir für uns auserkoren haben und nach deren Vervollkommnung wir streben. Menschen, die diesen Antreibern folgen und immer nur besser zu werden scheinen, ohne Stress, ohne Missmut, diese Menschen bewundere ich zutiefst. Sie scheinen in Balance zu sein. Ich glaube, dass das wahrscheinlich daran liegt, dass sie ihre Ziele und Vorstellungen in einem realistischen Rahmen gewählt haben, einem Rahmen, der die Erfüllung dieser Ziele auch zulässt. Hier liegen Ideal und Realität nicht so weit auseinander. Das kann auch anders sein …

Denn, es gibt es noch die Mindfucks, oder besser – Selbstsabotagen.

Jeder von uns kennt bestimmt das Gefühl, im Bett zu liegen und nicht schlafen zu können – nicht etwa, weil man körperlich nicht erschöpft genug wäre – man spürt die Schwere in den Gliedern – aber der Kopf will einfach nicht ausgehen! Er bleibt an und macht uns wahnsinnig, spielt noch einmal durch, was wir am heutigen Tag nicht geschafft haben, aber hätten schaffen müssen und wir denken: „Ich muss früher aufstehen, dann kann ich das und das und das noch fertig machen …“

Das passiert, wenn die schönen Grundsätze, die wir für uns gefasst haben, in ein Extrem umschlagen, wenn wir uns mehr abverlangen, als wir leisten können, Dingen eine Bedeutung zumessen, die diese für den Großteil der Menschen gar nicht haben. Dann haben wir die Balance mit uns im Zentrum verloren, dann straucheln wir und verlieren das Gleichgewicht zwischen innen und außen. Diese Diskrepanz sorgt dafür, dass man nicht mehr zurechtkommt, der eigen Kopf, die eigenen Gedanken einem Streiche spielen und man sich selbst verliert in all den Forderungen, die man an sich (und auch andere) stellt, die man aber einfach nicht erfüllen kann (weil man nun mal einfach ein normaler Mensch ist).

Wenn das passiert, ist irgendetwas aus dem Ruder gelaufen. Man ist irgendwo falsch abgebogen und erwartet von sich selbst viel zu viel. Da kann man ja nur scheitern und wahnsinnig werden! Spätestens, wenn nachts der Kopf nicht mehr ausgeht und man nur vier Stunden Schlaf pro Nacht bekommt, sollten die Alarmglocken klingeln. Und dann sollte man einfach ein paar Dinge auf der inneren Liste streichen oder einfach mal seine Grundsätze überdenken und einmal neu formulieren – und einmal richtig ausschlafen. Denn das Streichen macht einen nicht zu einem schlechteren Menschen sondern wahrscheinlich zu einem, der dann ab und zu auch wieder einmal lächelt.

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